Maritime Bundeswehr Coins

Coin Check mit Crew

Schiffsarzt Fabian Szillat hat für die Teilnehmer seines Lehrgangs einen Coin anfertigen lassen.

„Selbstverständlich“, sagt Fabian Szillat, habe er seinen Coin „immer dabei“. Coins sind bei Fliegern in der Luftwaffe ebenso beliebt wie bei Angehörigen der Marine – daher ist es für den jungen Schiffsarzt Ehrensache, seinen Coin jederzeit griffbereit in der Tasche zu haben. Es könnte ja jemand einen Coin Check machen. Seit er Anfang 2017 seinen Lehrgang zum Schiffsarzt abgeschlossen hat, erinnert ihn der Coin nicht nur an das starke Zusammengehörigkeitsgefühl mit den 16 anderen Teilnehmern und den Spaß beim überraschenden Coin Check, sondern auch daran, was er dort alles gelernt hat.

 

Dieses Wissen spiegelt sich auf der Münze wider: Während die Rückseite das Logo der Stammeinheit zeigt, sieht man auf der Vorderseite eine Fregatte Klasse 124, ein U-Boot und einen „Sea King“ Hubschrauber vor der Silhouette von Nordeuropa. Im Hintergrund erahnt man das Wasser. Umrandet wird der Con von drei lateinischen maritimen Redewendungen.

 

Der Coin zeuge davon, so Szillat, was man als Schiffsarzt alles machen kann: Entweder man geht zu den Marinefliegern in Nordholz , dort gibt es eine Fliegerarztstelle, oder man entscheidet sich für den Dienst auf U-Booten. Und dann gibt es die Fregatten für Ärzte, die zu einem Schiff gehören und mit diesem in See stechen – so wie Fabian Szillat. Aber auch der Spaßfaktor kam bei dem Lehrgang nicht zu kurz.

 

„Die Ausbildung zum Schiffsarzt dauert insgesamt ein Jahr, der Lehrgang zwei Monate – da wächst man zusammen“, sagt Oberstabsarzt Szillat, der nicht nur Humanmediziner, Assistenzarzt für Chirurgie und angehender Notarzt ist, sondern seit diesem Jahr auch Schiffs-, Taucherarzt und Fliegerarzt auf der Fregatte 125 der Besatzung ALPHA beim 4. Fregattengeschwader in Wilhelmshaven.

 

Als Schiffsarzt gehört nun zur nagelneuen Fregatte „Baden-Württemberg“. Auf „seinem“ Schiff , das zur Erprobung derzeit noch in Nord- und Ostseegewässern fährt, bevor es auch in andere Teile der Welt aufbricht, behandelt Fabian Szillat nicht nur Husten, Schnupfen und Heiserkeit, sondern berät darüber hinaus auch den Kommandanten und kümmert sich um hygienische und medizinische Fragen – ein Allround-Arzt also.

 

„Eigentlich bin ich so etwas wie der Hausarzt der Soldaten“, sagt der Mediziner lächelnd. So läuft sein Schiff nur dann aus, wenn der Arzt an Bord ist. Denn sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten stellt die Bundeswehr sicher, dass die medizinische Versorgung der für Soldaten im Inland im Ergebnis gleicht.

 

„Schiffe sind aufgrund Ihres Aufgabenspektrums im Vergleich zu Booten meist relativ weit vom nächsten Hafen entfernt“, erklärt Szillat. So muss er ebenso eine ggf. schwangere Patientin betreuen wie einen entzündeten Blinddarm behandeln können – schließlich kann es gut sein, dass das die Fregatte zwei Tagesreisen vom Festland entfernt ist.

 

Aber auch alle Hygienefragen von Trinkwasserproben bis Kombüsen-Begehung ist Sache des Schiffsarztes. Zudem hat jeder Schiffsarzt auch eine Ausbildung in Rettungsmedizin. „Im Friedensfall können wir Soldaten ganz normal versorgen, da sind wir wie der Notarztwagen draußen auf der Straße“, beschreibt der Bundeswehrarzt seine Tätigkeit. Entsprechend seien die Fregatten so ausgestattet, dass sie mit einem Kreiskrankenhaus und einer kleinen Intensivstation mithalten können.

 

Auch auf Kriegsfälle ist Szillat dank seiner Ausbildung bestens vorbereitet – für eine hohe Anzahl an Verletzten ist der Mediziner ebenso gewappnet wie für Einschläge, Leck-Abwehr oder Feuer auf dem Schiff. Alles wird regelmäßig geübt. „Wir üben selbstverständlich häufig das Gefecht, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein – auch wenn dieser zum Glück noch nicht eingetreten ist.“

 

Der Lehrgang habe die Teilnehmer zusammengeschweißt, daher sollte das Abschiedsgeschenk mehr sein als nur ein Gruppenbild für den Leiter und alle Beteiligten. „Der Coin kam sehr gut an“, sagt Schiffsarzt Szillat. Und wenn entsprechend viele Leute aus Crew zusammen sind – „wird sicher einer von uns einen Coin Check ausrufen“.