Wandermünze

Wandermünze als Gutschein

Etwas Handfestes mit Herz: Fitness in den Alpen – ein Wander-Münzen Gutschein macht’s möglich

Wanderleiterin Gabi Aschwanden bietet ganzjährig Bergtouren  an. Ihr „Kräscher-Abo“ mit Münzen ist der Hit

In den Glarner Alpen in der Schweiz liegt Linthal – ein malerisches 2000-Einwohner-Dorf etwa eine Stunde von Zürich entfernt. Hier lebt Gabi Aschwanden, diplomierte Wanderleiterin, Wanderlehrerin und zwischendurch auch Wanderwegarbeiterin.

Es vergeht kein Tag, an dem Gabi Aschwanden sich nicht draußen in der Natur bewegt. Die Gebirgsketten ringsum kennt die Wanderleiterin wie ihre Westentasche. Jeder Pfad ist ihr vertraut. Sie kann sich keinen besseren Ort zum Leben und Arbeiten vorstellen – um sich herum schneebedeckte Dreitausender Gipfel, klare Bergluft, Vogelgezwitscher, liebliche Almlandschaft, Wald.



Gabi Aschwanden

„Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens. Sammle kostbare Momente, nicht Dinge“, steht als Motto auf Gabi Aschwandens Webseite www.bergzyt.ch. Der Leitspruch ist Programm: Denn es sind ihre Touren, von leicht bis schwierig, die diese Momente so kostbar machen und an die sich viele ihrer Gäste derzeit gern erinnern – während sie darauf warten, dass die einschränkenden Maßnahmen wegen des Coronavirus wieder aufgehoben werden.



Seit 2009 bietet Gabi Aschwanden in ihrer Wanderschule „bergzyt“ Wander- und Bergtouren für Gäste an. Nun wartet auch sie. Bis zum 19. April sind alle Touren abgesagt. Ob Tödibesteigung im Schneckentempo, Gletschertrekking auf Schneeschuhen von den Berner Alpen bis ins Wallis oder Kräschertour nach Aeugsten – Wanderleiterin Gabi freut sich ebenso wie ihre wanderbegeisterte Kundschaft darauf, endlich wieder neue Wege zu entdecken.

Das „nachhaltigste und abwechslungsreichste Fitness-Abo der Schweiz“

Aber was ist eigentlich eine Kräschertour? „Kräschen heißt, mit leichtem Gepäck und Turnschuhen zu laufen“, erklärt die Bergkennerin. Dieses Wort hat sie selbst erfunden, sie suchte nach einer Bezeichnung für eine besondere Idee: das sogenannte Kräscher-Abo. Wer mehrere Touren bei ihr bucht, zehn an der Zahl, erhält dafür zehn Wandermünzen als Gutschein jeweils im Wert von 50 Schweizer Franken – plus einer Gratismünze obendrauf. Die Münzen können auf allen bergzyt-Tagestouren als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Gabi Aschwanden bezeichnet es als das „nachhaltigste und abwechslungsreichste Fitness-Abo der Schweiz“.

Damit liegt sie offenbar genau richtig. Abwechslungsreich ist das Angebot allemal. Denn man kann im Kräscher-Abo zwischen verschiedenen Touren wählen. Dabei sind es oft die „kleinen, feinen“ Touren, die die Gäste nachfragen, erzählt Gabi Aschwanden. „Wenn wir in die Berge gehen, ist immer ein Lernfaktor dabei“, sagt sie. Geologie spiele eine Rolle, ebenso wie die Brunftzeit der Hirsche. Und weil sie jeden Fleck in der Region gut kennt, weiß die erfahrene Wanderleiterin genau, wann sich welche Wege lohnen.

„Das Ziel ist nicht unbedingt der Gipfel – sondern das Entdecken neuer Wege vor Ort, hinter denen wieder neue Orte warten“, meint Gabi Aschwanden.

Vor allem Einheimischen wissen das Angebot mit den Fitness-Abo Münzen zu schätzen – viele erwerben das Kräscherabo mit zehn Wandermünzen Gutscheinen und einer Gratismünze, andere einen Gutschein mit einer oder zwei Münzen. Dahinter steckt auch die Idee, dass Einwohner vor Ort die Münzen als eine Art Fitness-Abo für draußen nutzen können – Natur statt Fitnessstudio. Man geht wandern, klettern, abseilen, bewegt sich draußen aktiv – stärkt ganz nebenbei sein Immunsystem und ist verbunden mit der Natur. Denn Gabi Aschwanden bietet auch Tierbeobachtungs- und Pflanzenwelt-Touren an, Orchideen-Exkursionen zum Beispiel.

In der Corona-Krise haben die Fitness-Abo Münzen Bestand

Bislang war besonders die Nachfrage nach Gutscheinen sehr hoch, das freue sie natürlich. Doch weil sie Papier als „zu unpersönlich“ empfand, habe sie den Gutscheinen immer etwas Persönliches hinzugefügt, mal Edelweißsamen, mal Almkräuter – auf jeden Fall etwas, was mit den Bergen zu tun hat. Doch auf Dauer habe ihr das nicht gereicht. Gabi Aschwanden wollte „etwas Handfestes mit Herz“.

„Jetzt habe ich die Wander- Münzen Gutscheine– und sie sind superschön geworden“, schwärmt sie begeistert.

Schön – und schlicht. Ganz im Sinne der Naturliebhaberin. „Seit 2009“, steht auf der Vorderseite, darüber ist eine Bergkette zu sehen; die Rückseite ziert der Name der Wanderschule, bergzyt, quer über das Logo – den Fußabdruck eines Wanderschuhs – geschrieben.

„Das habe ich mir nicht vorstellen können, wie toll die individuell gestalteten Münzen aussehen und sich anfühlen, bis ich sie in den Händen hielt“, freut sich die bergzyt-Inhaberin. Sie findet, die selbst kreierten Münzen „sehen wirklich wertvoll aus“.

Das sehen die Gäste offenbar ebenso. Auch, wenn sie jetzt auf die nächste Tour in die Berge wohl noch etwas warten müssen. Doch gerade in der Corona-Krise haben die Wander-Münzen Gutscheine Bestand. „Ich darf zwar im Moment keine Touren führen, aber die Münzen sind ja gültig“, bestätigt Gabi Aschwanden. Sobald sie wieder grünes Licht bekommt, wird sie auch wieder Touren anbieten.

Ökologisch-nachhaltig mit Fitness- Abo Münzen für Wanderungen

Wenn jetzt jemand nicht gleich ein Kräscher-Abo bestellt, sondern doch lieber zu einem Gutschein greift – etwa im Wert von 100 Franken –, dann bekommt er nun statt Papier zwei Fitness-Abo Münzen. In diesem Wert sind dann verschiedene Touren möglich – für 50 oder 100 Franken gibt es bereits eine der vielen Halbtagestouren, je nachdem, wie weit der Gast wandern möchte.

Die Idee dahinter: „Wenn die Gäste die individuell gestalteten Münzen haben, dann nutzen sie auch die Angebote meiner Wanderschule“, beschreibt die Wanderleiterin das Konzept.

„Die Münze, auch als Gutscheintaler, kommt super bei den Gästen an“, freut sich Gabi Aschwanden. Alle, die das Angebot sehen, finden die Idee sensationell. Etwas zum Anfassen und Verschenken – mit ihrem Angebot trifft sie offenbar einen Nerv.

Einmal Natur, immer Natur – so sieht die Schweizerin auch den ökologisch-nachhaltigen Aspekt der Münzen als großes Plus. Denn die Fitness-Abo Münzen kommen zu ihr zurück. „Wenn ich eine Tour gemacht habe, geben die Gäste ihre Wandermünze ab – und ich kann sie wieder weiterverkaufen“, freut sich die Wanderleiterin. Es sei denn, jemand behält die elfte Gratismünze aus dem Kräscherabo als Andenken. Weil sie einfach so schön ist.

Gutscheintaler

Gutscheintaler

Mit dem „Brunnentaler“ im Reformationsjahr

Der Gewerbeverein der Lutherstadt Wittenberg gibt jedes Jahr zwei Münzen heraus: den Brunnentaler – jede von ihnen mit einem anderen Motiv. Vereinsmitglied Frank Paul hat den Brunnentaler auf den Weg gebracht

Wittenberg ist berühmt für sein Wahrzeichen, die Kirche St. Marien, in der schon Martin Luther predigte. Doch zum Stadtbild der Lutherstadt gehört auch ein anderes, eher unter Wittenbergern bekanntes kulturhistorisches Denkmal aus dem 16. Jahrhundert: die Brunnen des sogenannten Röhrwassersystems, insgesamt etwa 19 an der Zahl.

Frank Paul ist heute noch stolz darauf, die Brunnen vor Jahren in seine Taler-Idee eingebunden zu haben. 2009 entwickelte der damalige Vorsitzende der Werbegemeinschaft Altstadt, die später mit dem Gewerbeverein Handwerk zum heutigen Gewerbeverein Lutherstadt Wittenberg fusionierte, auf eine Initiative von Händlern und Gastwirten hin die Idee eines Zahlungsmittels für die Innenstadt, mit dem er die Kunden begeistern wollte: einen Gutschein in Form einer Münze. „Für unseren ersten Brunnentaler zum Reformationsfest im Frühjahr 2009 haben wir lange nacheinem Motiv gesucht – bis uns ein ortsansässiger Kaufmann auf das Jungfernröhrwasser hingewiesen hat“, erzählt Frank Paul.

Gemeindetaler

Brunnentaler

Die Geschichte dazu kennt nahezu jeder Wittenberger: Im Spätmittelalter versorgten sich Wittenbergs Bürger über die Brunnen und Bäche mit Wasser. Schließlich brachte das steigende Bedürfnis nach frischem Wasser den herrschenden Kurfürsten 1542 dazu, ein Quellgebiet zu erschließen und eine Wasserleitung aus hohlen Holzstämmen und Eisenbuchsen zu verlegen – zunächst nur in sein Schloss. Das System war so effektiv, dass der Fürst bald darauf weitere Anschlüsse verkaufen konnte. 1556 machten sich sieben wohlhabende Bürger – darunter Luthers Wegbegleiter Philipp Melanchthon – vom Herrscher unabhängig und gründeten eine eigene Gesellschaft, um die Stadt mit Wasser zu versorgen.

Münzen als Stadtwährung prägen lassenGewerbetaler

Limitierte Edition

Das Brunnen-Motiv passte also von Anfang an perfekt: Denn mit jeder neuen Auflage konnte der Gewerbeverein Lutherstadt Wittenberg einen anderen hochmittelalterlichen Brunnen auf der

Münze zur Geltung bringen – und damit ein Stück Stadtgeschichte. War 2009 das erste Motiv der Brunnen im Cranach-Haus, folgten später weitere nach berühmten Wittenbergern benannte Wasserquellen, darunter die Philipp Melanchthon gewidmete. Für das große Fest im Oktober 2017 anlässlich 500 Jahren Reformation soll auf dem Brunnentaler der Marktbrunnen abgebildet sein, aus dem dann – so ist es geplant – sogar Bier fließen soll. Während die Vorderseite der Münze sich bei jeder Edition verändert, bleibt die Rückseite immer gleich: In ihr ist das Wappen der Lutherstadt eingraviert.

„Jeder Brunnen ist eine Persönlichkeit im Sinne des Baudenkmals“, sagt Frank Paul stolz. Dass sich diese steinernen Persönlichkeiten zweimal jährlich zum Stadtfest im Frühjahr sowie zum Reformationsfest im Herbst in limitierten Auflagen auf dem Brunnentaler wiederfinden, erfüllt mittlerweile einen anderen Zweck als den ursprünglich geplanten: Denn in den 35 Akzeptanzstellen von Händlern kam der Brunnentaler mit einem Wert von zehn Euro als Zahlungsmittel nicht wirklich an. „Von der ersten Edition kamen von 1000 zwei Stück zurück“, sagt Paul – und auch die seien dem Verein „schnell aus der Hand gerissen“ worden. „Wir verstanden sehr schnell, dass die Leute den Taler lieber sammeln.“

„Der Wert des Brunnentalers ist gesetzt“

Brunnentaler

Schon bei der darauffolgenden Auflage, den 1000 Brunnentalern mit Melanchton-Brunnen, folgte der Gewerbeverein dem Rat der Politik – den Brunnentaler mit historischen Ereignissen wie etwa dem Melanchthon-Jahr 2010 zu koppeln. „Mittlerweile sind wir bei unserer 15. Auflage – seit 2012 in erfolgreicher Zusammenarbeit mit derTaler“, sagt Paul. Sein Lieblings-Brunnentaler sei der allererste, gibt er lächelnd zu. Doch von der Choreografie und Gestaltung her seien alle auf ihre Art und Weise schön: „Sie haben alle ihren Charme.

Seitdem ist klar: Die Gutscheinidee mit dem Marketing zu koppeln, hat sich zwar in eine andere Richtung entwickelt – hin zum Brunnentaler als Rarität. „Doch dadurch, dass die Auflagen jeweils limitiert sind und nicht nachproduziert werden, ist der Wert des Brunnentalers von vornherein gesetzt“, beschreibt Frank Paul den Sammlerwert. Er sei somit eher nicht für die „breite Masse, sondern für verschiedene Zielgruppen“ bestimmt: für Münz- und Notgeldsammler ebenso wie als Mitarbeitergeschenk. So würden etwa die Wittenberger Stadtwerke den Brunnentaler seit Jahren als Geschenk vergeben, freut sich Frank Paul. Mit Schatulle und Feier und allen Ehren.

Disclaimer: Um dem allgemeinen deutschen Sprachgebrauch zu entsprechen, werden unsere Produkte auf dieser Seite als „Münzen“ bezeichnet. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich jedoch um individuell geprägte Medaillen und keine aktuellen oder ehemaligen Zahlungsmittel handelt.