Individuelle Münzen zum Stadtjubiläum

Münze zum Stadtjubiläum Werder

Versilbertes Stadtjubiläum

Eigentlich braucht man gar nicht mehr nach Berlin zu fahren. Denn Werder hat alles, was das Leben angenehm macht: grüne Uferpromenaden, lauschige Marktplätze, weithin sichtbare Kirchtürme und eine Mühle, die das Stadtbild prägen, prächtige Gründerzeitfassaden, urige Fischereihöfe, die kleinen Häuser der „Obstmucker“, deren Gärten beim Baumblütenfest zugänglich sind, den nördlichsten Weinberg der Welt, jede Menge Kultur – und seit kurzem auch eine Medaille, auf der all das verewigt ist.

2017 feierte die „Blütenstadt“ Werder ihr 700-jähriges Bestehen. Dass eine individuelle Münze abbilden sollte, was die idyllische Kleinstadt südwestlich von Potsdam zwischen Havel und Seen ausmacht, stand für das Festkomitee schon beizeiten fest. Laut urkundlicher Ersterwähnung verkaufte 1317 Markgraf Waldemar Werder für 243 ¾ Mark an das Zisterzienserkloster Lehnin. An diesen Aspekt der Stadtgeschichte sollte im Jubiläumsjahr erinnert werden: mit 243 ¾ nummerierten Feinsilbermedaillen – genau die Höhe also, die Werder den Mönchen vor 700 Jahren wert war.

 

Bereits 2010 hatte sich Baldur Martin vom Heimatverein Gedanken gemacht, wie das Städtejubiläum aussehen gehen könnte.  „2013 haben wir extra dafür einen speziellen Verein gegründet – ‚700 Jahre Werder Havel e.V.‘“, erzählt Martin. 2015 wurde dann ein Festkomitee gegründet. Auch Baldur Martin gehörte dazu. Kaum ein anderer „Werderscher“, wie er die Einwohner Werders liebevoll nennt, kennt die Inselstadt und ihre Geschichte so gut wie der pensionierte Lehrer. 45 Jahre lang bildete der studierte Geograf an der gärtnerischen Schule in Werder mehr als 1000 Gärtner aus. Seine Staatsexamensarbeit schrieb er seinerzeit über „Siedlungsflächenentwicklung in Werder“. Aus dem Interesse wurde schnell eine Leidenschaft – innerhalb kurzer Zeit wusste Martin über die Häuser in Werder besser Bescheid als manch Alteingesessener. Er schrieb darüber in einer eigenen Kolumne in der Zeitung, Woche für Woche. 1981 gehörte er zu den Mitbegründern der „Interessengemeinschaft Heimat-Geschichte und Denkmalpflege“, aus der später der Heimatverein hervorging, setzte sich 25 Jahre lang als Stadtverordneter für die Inselstadt und ihre Bewohner ein und veröffentlichte verschiedene Publikationen, darunter „500 Sprüche der Werderschen“.

Zur 700-jährigen Jubiläum nahm sich der Hobby-Historiker vor, „noch einmal so richtig aktiv im Festkomitee mitzuarbeiten“. Denn vor allem eines lag ihm am Herzen: Werder nachhaltig auf die kulturelle Landkarte der Region zu setzen. Das Jubiläumsjahr sollte aus seiner Sicht beides bereithalten: Anerkennung für 700 Jahre Geschichte und nachhaltige Verankerung so manchen Jubiläumseffekts auch für nachfolgende Generation. Denn mittlerweile sind gut die Hälfte der „Werderschen“ zugezogen – und wünschen sich Angebote vor Ort.

Den Anfang machte ein Logo des Stadtjubiläums. Als einheitliches Symbol ist es auch auf der individuellen Münze verankert zur bleibenden Erinnerung. Und weil Werder laut seiner ursprünglich slawischen Herkunft so viel bedeutet wie „vom Wasser umflossenes Land“ und daraus wesentliche Wirtschaftszweige wie etwa das Fischereigewerbe und die Schifffahrt erwuchsen, erobern Wasserwellen, ein Boot und ein Karpfen darin die Mitte der Münze. Drumherum sieht man all das, was Werder berühmt gemacht hat: Weinreben sowie Erdbeeren, Kirschen, Äpfel und Birnen aus der „Obstkammer Berlins“ sowie die Silhouette von Kirche und Mühle – stellvertretend für die historische Bedeutung des Ortes wie auch für Gewerbezweige jeglicher Art.

Doch was wäre eine Werder-Jubiläumsmünze ohne Obstblüten? Schließlich ist das Baumblütenfest nicht nur eine beliebte Touristenattraktion im Frühjahr, die Werder zu einem der meistbesuchten Ausflugsziele in Brandenburg macht. Es steht auch dafür, dass die Inselstadt heute eines der größten Obstanbaugebiete Deutschlands ist: Was frühmorgens frisch gepflückt wird, landet schon mittags in Berlin auf dem Markt – dafür sind Blüten links auf der Medaille eingraviert. Auf der anderen Seite sind das Stadtwappen und die Medaillennummer eingeprägt. Zu jeder der 999er-Feinsilbermedaillen mit einem Gewicht von jeweils elf Gramm und einem Durchmesser von 30 Millimetern gibt es ein Zertifikat.

Baldur Martin war von Anfang an sehr angetan von der Zusammenarbeit mit „derTaler“, die er als unkompliziert und erfolgreich beschreibt: „Unseren Ideen wurde große Aufgeschlossenheit entgegengebracht.

Die selbst gestaltete Jubiläumsmünze enthält drei Farben: Grün für die Landschaft, Weiß für den Sand und den fruchtbaren Boden, Rot für Kirschblüten und Beeren – das also, was Werder wohlhabend gemacht hat. Und Baldur Martin ist von der Münze begeistert. Was ihm  besonders gefällt, ist die gelungene Aufteilung: Die Jubiläums-Jahreszahl – 1317-2017 – steht eher am Rand. Sie dominiere somit nicht die Medaille, sagt er. Vielmehr sei alles, was Werder so lebenswert mache, „gleichberechtigt“ auf der Münze abgebildet.

 

Und auch wenn das Fest Ende 2017 zu Ende ging – mit Feiern das ganze Jahr hindurch, Festumzug, Broschüren, Konzerten, Lichtershows, Filmorchester, Landespolizeiorchester, einem Theaterstück und Filmvorführungen aus digitalisierten Super-8-Aufnahmen von einst –, so ist es Baldur Martin und seinem Team gelungen, Werders Bedeutung auch darüber hinaus weiterzugeben, etwa mit einem Geschichtskurs an der Kreisvolkshochschule. Das Interesse jüngerer Generationen für ihre Stadt, ein dreitägiges Jazzfestival, das von nun an jährlich stattfinden soll, eine Medaille aus Feinsilber – all das bleibt. Auch wenn das Städtejubiläum längst vorbei ist.

Vereinsmünze

Individuelle Vereinsmünze

Vom Dollar zur Vereinzmünze: eine grafische Herausforderung

Verein Taler prägen

Wolf Bieler ist Grafiker und entwickelte gemeinsam mit dem „Taler“ ein 3D-Motiv: „Es passiert nicht alle Tage, dass ein Auftrag so viel Spaß macht. Als mich Anfang des Jahres ein großer Düsseldorfer Verein für die grafische Gestaltung einer Münze anfragte, habe ich im ersten Moment kurz gestutzt: Der Verein wollte etwa 300 Mitarbeiter zu einem Seminar mit Sommerfest einladen, Teambuilding zum Thema ‚Western‘ inklusive. Passend dazu sollte jeder eine Dollarmünze erhalten.

Eine Münze? Normalerweise entwickle ich mit meiner Kreativagentur Ideen fürs Print – das ist mein Haupttagesgeschäft. Doch die Aufgabe, ein Printlogo für eine Münze umzuarbeiten, reizte mich sehr. Warum? Weil es eine völlig andere Geschichte war als sonst. Das Neue bestand darin, die Idee in ein anderes Medium zu übersetzen. Ich sagte also hocherfreut zu.

„Diese ‚Übersetzung‘ ist für gewöhnlich Aufgabe des Grafikers. Doch ‚derTaler‘ hat auch seine eigenen Ideen mit eingebracht. Das war wichtig. Denn mit den vielen Fragen, wie man speziell diese Vereinsmünze umsetzen kann, kannte sich die Firma am besten aus – sie haben ja die Erfahrung in dieser Hinsicht. In zwei bis drei konstruktiven Abstimmungen haben wir das wunderbar gemeistert.“

Ohne zu viel zu verraten spielt altes Holländisches Geld eine wesentliche Rolle. Dieses Geld musste nicht nur antik sein, sonders ganz besonders alt und gebraucht aussehnen, jedes ein Einzelstück mit unterschiedlichen Abnutzungsspuren und einer „eigenen fiktiven Geschichte“…

Verein Taler prägen

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass es kein traditionelles Logo war, das auf die Münze gedruckt werden sollte: Das Design, so stellte es sich der Kunde vor, sollten wir eher schlicht halten. Ein somit sehr grafisches, modernes Motiv, das sonst vorwiegend von Farbabstufungen lebt, musste nun also auf eine Münze übertragen werden. Da entwickelten wir die Idee, die Farbabstufungen mit Höhenabstufungen auf der Münze abzubilden: Diese Abstufungen haben den Effekt wunderbar in die Dreidimensionalität übersetzt. Diese Lösung kam so gut an, dass die Bestellung dann mit 500 statt 300 Münzen am Ende doch höher ausgefallen ist als ursprünglich geplant: Man wollte sie – auch lange nach dem Sommerfest – anlässlich eines Jubiläums weiteren Mitgliedern und Ehrenmitgliedern überreichen. So wurde aus der ursprünglichen Dollarmünze die Vereinsmünze, und der Kunde konnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Nachdem klar war, dass wir den Auftrag gemeinsam übernehmen würden, schickte mir ‚derTaler‘ ein Muster zu, um dem Kunden die ‚Materialanmutung‘ – wie wir vom Fach es nennen – zu zeigen. Was heißt ‚polierte Platte‘, was bedeuten die verschiedenen Möglichkeiten der Veredelung? Diese Fragen mussten zuerst geklärt werden. Als der Kunde sich entschieden hatte, welche Art Münze er haben wollte – etwa, ob mit Riffelung oder ohne –, gingen es ins Detail. Wir haben unsere Entwürfe dem ‚Taler‘ zukommen lassen, ‚derTaler‘ hat sie umgesetzt – so ging das wie in einem Pingpongspiel hin und her.“

Individuelle Vereinsmünze

„Münzen sind kein Konfetti“

Zwischendurch hat sich der Kunde immer wieder auf den aktuellen Stand bringen lassen, und nach einem kleinen Änderungswunsch hier, einem Feinschliff dort stand der fertige Entwurf. Den hat ‚derTaler‘ dann zügig in den Produktionsprozess geschickt. Von den ersten Ideen über die ersten Entwürfe bis zum fertigen Produkt dauerte der Prozess etwa vier bis fünf Wochen. Insgesamt brauchten wir natürlich länger, denn bis alle Fragen – Entwürfe, Auflage, Größe – auch von allen Gremien bestätigt waren, vergingen schon einige Monate. Die Hauptzeit braucht immer der Kunde, nie ‚derTaler‘.

Der Kunde war begeistert: Er hielt am Ende ein sehr hochwertiges Produkt in den Händen. Derzeit liegen noch etwa 20 bis 30 Münzen beim Kunden, die er für ganz besondere Anlässe zurückgehalten hat. Es war dem Düsseldorfer Verein von Anfang an wichtig, die Münzen ‚nicht unter die Leute zu werfen wie Konfetti‘. Es werden danach auch keine Münzen dieser Prägung mehr aufgelegt. Dahingegen behält sich der Verein vor, in ein paar Jahren was Neues zu ordern.“ Wolf Bieler, Kreativagentur Düsseldorf, Grafiker im Auftrag eines großen Vereins in Düsseldorf

Disclaimer: Um dem allgemeinen deutschen Sprachgebrauch zu entsprechen, werden unsere Produkte auf dieser Seite als „Münzen“ bezeichnet. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich jedoch um individuell geprägte Medaillen und keine aktuellen oder ehemaligen Zahlungsmittel handelt.